Willkommen im Venezianischen Karneval 2008!

Für uns war die Venezianische Messe 2006 in Ludwigsburg ein großartiges Erlebnis. Von da an hatte uns der venezianische "Karnevalsvirus" komplett erwischt. Doch andererseits schnappten wir im Ludwigsburger Karnevalstreiben immer wieder Gesprächsfetzen auf, welche uns spannend und verlockend erschienen. Immer wieder fiel das geheimnisvolle Wort "Venedig". Kostümpaare trafen sich, begrüßten sich kurz auf dem Ludwigsburger Marktplatz und die erste Frage war sofort: "Ward ihr auch dieses Jahr in Venedig...wann fahrt ihr nächtes Jahr...habt ihr schon gebucht?"

Da war also die nächste Stufe, die nächste Herausforderung für uns. Klar wollten wir da auch mal mitmachen. Ich selbst wollte schon 2007 das Wagnis eingehen und hatte schon im Internet einen günstigen Flug und ein passendes Hotel in der Nähe vom Markusplatz über das Internet ausfindig gemacht. Bei einem abendlichem Treffen im Caffee unterbreitete ich Gisela meine Reisepläne, und sie war davon auch begeistert. Doch nachdem sie eine Nacht darüber geschlafen hatte, besuchte sie mich gleich morgens an meinem Arbeitsplatz und sagte das Ganze ab. Dies war sehr schade, aber alleine zu fahren, hatte ich ehrlich gesagt keine Lust, denn schließlich war der "venezianische Tick" eine Sache von uns beiden, und alleine genießt es sich nur halb so gut. Ich bin jedenfalls ein Mensch, der alleine nie verreisen würde, denn man braucht doch dabei immer einen Menschen an seiner Seite,dem man sagen kann" Gott wie ist da schön!".

Letztendlich schaffte ich es dann erst 2008  Gisela von der "Mission Venedig" zu begeistern. In einem eiskalten, verschneiten Winter 2007 habe ich dann ein paar Tage vor Weihnachten innerhalb von ein, zwei Stunden in einem verrauchten Stuttgarter Internetshop (unser Internet lag brach) die komplette Reise (mit Flug und Hotel) sehr günstig und kurfristig gebucht: Flug mit Germanwings und Aufenthalt im "Hotel Mercurio" nahe dem Theatro "La Fenice". Da sich das Ganze sehr kurz und auch sehr günstig gestaltete, war "die Gräfin" (wir nennen uns spaßeshalber "Gräfin Gisela I zu Gerlingen Giebelsbühl" und "Graf Heinrich II zu Gutenberg"...hat was mit dem Wohnort zu tun) dann doch einverstanden, wobei sie immer noch schlaflose Nächte hatte,aus Angst dort erdrückt oder in vollem Ornat in den Canale Grande geschmissen zu werden. Ehrlich gesagt hatte auch ich als "furchtloser Graf" nach dem Betrachten einiger "youtube-videos", in denen sich Menschenmassen durch die engen venezianischen Gassen drängten, so meine Bedenken. Ganz schlimm wurde es dann, als wir kurz vor der Reise auf die ominöse Blog-Seite einer gewissen "Madame Pompadour" stießen, welche ganz frisch und frei von den Gefahren für Kostümträger beim Venezianischen Karneval berichtete...von da an begann auch ich zu träumen und sah uns immer wieder mit unserern Kostümen, welche zu 75% aus Watte bestehen,in irgendeinen verschwiegenen Kanal fallen, hineingedrängt von hysterischen japanischen Reisegruppen: "Wir werden uns vollsaugen wie ein riesengroßer Tampon!" meinte ich lachend zu Gisela bei einem Gläschen Sekt kurz vor der Reise bei mir zu Hause "und dann werden wir auf den Grund des Kanals sinken, vom Schlamm bedeckt und konserviert werden, wie Moorleichen...in tausend Jahren werden wir dann von Archäologen ausgegraben und man wird jahrelang rätseln, zu welchem seltsamen Volksstamm diese beiden Moorleichen im "Stammeskostüm" gehörten!"

Wir beschlossen dann, daß uns die Pompadpour mit ihrem Blog gestohlen bleiben kann. Wobei ich sagen muß,ihre Warnungen vor den Japanern waren berechtigt und zudem hatte sie auch ein ganz gute Tips für "Frischligne" wie unsereins parat: Zum Besipiel, daß man sich am besten nie im Kostüm auf eine freie Fläche stellt, weil dann alle von hinten und vorne kommen und an einem rumzupfen und ziehen. Viel besser sei es, sich vor ein Gebäude, eine Wand oder eine Säule zu stellen um dort zu posieren. So hat man den Rücken frei und muß sich nur auf die Menschen vor einem konzentrieren.

Nun ja! Hätten wir gewußt welch traumhaft schönes Erlbenis uns erwarten würde, wir hätten schon sicherlich 2007 nicht gezögert. Dieses erste Mal war so  unvergeßlich schön,wie eine erster unschuldiger Kuß. Wir waren zusammen schon viel gereist, Gisela und ich. Oft waren wir in Paris und wir hatten die französiche Metropole als unsere gemeinsame Traumstadt auserkoren. Aber diese kurze erste Reise in den Venezianischen Karneval war etwas völlig anderes, etwas daß und wieder zu Kindern werden ließ, die jede Sekunde Bauklötze staunten wie unterm Weihnachtsbaum. Irgendwann war man nichtmehr in der Realität und verlor sich in einem traumhaften Treiben:

Der Flug über die Alpen ganz füh morgens als gerade die Sonne am Horizont aufging und die schneebedeckten Berge glühen ließ. Ein Flugzeug, welches scheinbar im Meer versinkt, wenn es landet (da die Landebahn von Marco Polo direkt am Meeresrand liegt)...und dann die Fahrt nach Venedig im Schiff über das glitzernde Meer. Gisela und ich saßen ganz vorne im Boot und waren ganz still.´Da tauchten plötzlich Inseln auf,aus dem irisierenden Meer aus Sonnenfunken und Nebel, und verschwanden plötzlich wieder wie Traumbilder. Dann dieses verwirrende Spiel aus Türmen, welche dem Campanile auf dem Markusplatz glichen. Immer wieder sprang ich auf und rief:"Wir sind jetzt gleich da"! Doch das war nur ein Vorgeschmack auf das Verwirrspiel diese Stadt, die noch in weiter Ferne lag. Der Serenissima nähert man sich langsam und stimmt sich auf sie ein. Dann taucht sie plötzlich unerwartet auf, aus der Ferne im Nebel verschleiert. Und wenn die schöne Dame den Schleier hebt, ist sie plötzlich ganz nah bei einem und raubt den Atem. Ganz nah und ungeschützt erhebt sie sich in ihrer Pracht direkt aus dem opalblauen Meer mit ihren prächtigtsen Bauten: Dem gewaltigen, filigranen Dogenpalast, welcher wie eine Schmuckschatulle die wundersame Pracht dieser Stadt erahnen läßt.

 

 


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